Pressestimmen im Netz

WAZ-online: 06.04.2016 | 10:01 Uhr

Erste Wohnungen sind im Juni fertig

von Tim Gelewski

Iserlohn. 28 Einheiten entstehen im Ost-Bereich des Ortlohnparks bis Jahresende. Im Herbst soll mit dem Bau von Altenwohnungen begonnen werden, 20 Bäume müssen weichen.

Auf der linken Seite der neuen Straße erheben sich in einer Reihe fünf Doppelhaushälften, in hellen Farbtönen gehalten, rechts ziehen sich fünf höhenversetzte Plateaus dahin, auf die bis zum Jahresende noch mehrere Reihenhäuser gesetzt werden sollen: Die neue Siedlung im Bereich des Ortlohnparks, früher Standort der Tagungsstätte der Evangelischen Akademie und parallel zur Theodor-Fleitmann-Straße gelegen, hat deutlich an Kontur gewonnen.

28 Wohneinheiten bauen hier im Ost-Abschnitt als Partner die Evangelische Landeskirche und das Baubüro Potthoff aus Hamm, allesamt vermarktet als Immobilien für den sozialen Wohnungsbau. Hinzu kommen fünf Wohnungen in einem Mehrfamilienhaus, das derzeit auf dem Areal renoviert wird.

Im Abschnitt hinter der Kapelle ruhen die Arbeiten
„Anfang Juni werden die ersten Wohnungen bezugsfertig sein“, sagt Bauleiter Peter Ploch. „Bis Jahresende sollen alle Häuser fertig sein.“ Die Wohngebäude werden dabei mehr oder minder der Reihe nach von links nach rechts hochgezogen. Während die Arbeiten am äußeren linksseitigen Gebäude kurz vor dem Abschluss stehen, sind die Häuser vor allem im hinteren Bereich der Sackgasse von ihrer Vollendung noch ein gutes Stück entfernt, vor den Gebäuden stehen Lieferwagen und Arbeitsfahrzeuge, Fliesenleger, Maler, Dachdecker, gearbeitet wird in den Häusern versetzt und parallel. Mit Ausnahme von dreien erhalten alle Häuser einen Keller, die Größen der Wohneinheiten liegt zwischen 97 und 112 Quadratmetern.

„Ein Großteil der Wohnungen ist vergeben“, sagt Andreas Potthoff vom Baubüro Potthoff. „Die Nachfrage ist sehr gut.“

Deutlich weniger als auf dem Ostabschnitt des Neubaugebietes tut sich augenscheinlich im Nord-Süd-Bereich hinter der Kapelle. Seit hier gegen Ende des vergangenen Jahres die Baustraßen erschlossen und asphaltiert worden waren, ruht die Baustelle.

„Mit den Bauarbeiten für die Seniorenwohnungen im Ortlohnpark kann spätestens im Herbst begonnen werden“, heißt es nun auf Nachfrage von einem Sprecher der Evangelischen Landeskirche. „In zwei Gebäuden entstehen 70 stationäre Altenheimplätze, zwölf Plätze für Tagespflege, zehn altengerechte Appartements und insgesamt 29 betreute Wohnungen“, heißt es weiter. Bauträger ist die Bayernland Sozialimmobilien GmbH aus Taufkirchen, die das entsprechende Grundstück von der Kirche erworben hat. Im Herbst müssen vor Baustart noch 20 Bäume dem Bauvorhaben Platz machen. Bis dahin seien laut der Landeskirche außerdem noch letzte Formalitäten zwischen Bauträger und Stadt Iserlohn zu regeln.

Wie berichtet, gab es bis zu einem Ratsbeschluss am 30. September 2014, der den Weg für die Bebauung im Bereich der Ortlohnparks frei gemacht hatte, massiven Widerstand aus Teilen der Bevölkerung gegen das Projekt.

Unter anderem hatte sich eine Interessengemeinschaft gegründet, die sich gegen die Fällung zahlreicher Bäume gesträubt und für die Erhaltung der Parkflächen stark gemacht hatte. Wegen der Proteste waren die Planungen wiederholt überarbeitet worden.

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WAZ-online: 22.09.2015 | 18:55 Uhr

Rat klar für weitere Bebauung des Emstgebietes

von Stefan Drees

Iserlohn. Auch eine geheime Abstimmung konnte die Zahl der Befürworter nicht spürbar verringern. Bei der Bürgerinitiative ist die Enttäuschung sehr groß und es wird überlegt, wie es nun weitergehen soll.

Am Ende war es dann doch deutlich: Mit 34 Ja-Stimmen bei 13 Gegenstimmen fasste der Rat am Dienstagabend den Satzungsbeschluss für die 6. Änderung des Bebauungsplanes Dröscheder Feld, der den Weg für die geplante weitere Wohnbebauung auf der Emst frei macht. Damit zerschlug sich die Hoffnung etwa der Linkspartei, durch eine geheime Abstimmung das Blatt möglicherweise doch noch wenden zu können. Tief enttäuscht zeigten sich die etwa 80 Mitstreiter der Bürgerinitiative, die in die Sitzung gekommen waren. „Wir müssen uns nun sammeln, und die weiteren Schritte überlegen“, sagte Dieter Zeh, Vorsitzender der Bürgerinitiative auf der Emst. Möglicherweise wolle man eine eigene politische Plattform gründen.

CDU und SPD weitgehend geschlossen?
Mit zwölf Stimmen (Linke, Grüne, FDP, AfD und CDU-Ratsmitglied Kerstin Schlüter) gelang es zwar auf Antrag der Linken, eine geheime Abstimmung herbeizuführen, 13 Nein-Stimmen beim sich anschließenden Urnengang waren aber eindeutig zu wenig. Offenbar stimmten die großen Fraktionen CDU und SPD fast geschlossen für die Bebauung auf der Emst.

Zuvor hatte Dieter Zeh, dem Rederecht eingeräumt worden war, nochmals an die Ratsmitglieder appelliert, gegen den Satzungsbeschluss zu stimmen. „Was wiegt schwerer“, fragte Zeh, wirtschaftliche Interessen oder das, wofür sich mehr als 3000 Menschen eingesetzt hätten? Die Initiative habe den betroffenen Menschen eine Stimme gegeben, das sei auch gelungen. Mit den mehr als 3000 Unterschriften sei auch klar geworden, dass es über die Emst hinaus auch in anderen Ortsteilen viel Unterstützung für die Initiative gegeben habe. Zeh betonte nochmals, dass er es paradox finde, dass auf der Emst ein Wald verschwinden solle, um dann woanders einen neuen anzulegen.

Thema „Kaltluftschneise“ nicht ausreichend gewürdigt
Elke Olbrich-Tripp sagte für die Grünen, dass in Sonntagsreden immer wieder über den Klimaschutz geredet werde. Dabei sei der Klimawandel schon längst eingetreten. Sie bemängelte, dass das Thema „Kaltluftschneise“ in der Abwägung nicht ausreichend berücksichtigt worden sei. Es habe keinen Grund gegeben, die Sache so durchzuziehen. Es gebe auch andere Baugebiete, die dann zuerst hätten realisiert werden können. Das sah auch Oliver Ruhnert (Die Linke) so. Er hätte sich einen Beschluss gewünscht, „der uns Zeit gibt, um einen möglichen Irrweg zu verhindern“. Alexander Langguth bekräftigte die ablehnende Haltung der AfD zur geplanten Bebauung. CDU und SPD verzichteten darauf, ihre Positionen durch Redebeiträge in der der Abstimmung vorangegangenen kurzen Debatte nochmals zu verdeutlichen.

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WAZ-online: 18.09.2015 | 17:12 Uhr

„Warum nicht wenigstens naturnah planen?“

von Thomas Reunert

Iserlohn. Die Bürgerinitiative Auf der Emst will nicht auf unbeantworteten Fragen und Alternativ-Vorschlägen sitzenbleiben. Mitlieder wollen in staatlicher Zahl an der Ratssitzung teilnehmen.

Egal, wie am Dienstag in der Ratssitzung abgestimmt werden wird – geheim oder offen, pro oder contra – die Iserlohner Ratspolitiker können sich auf jeden Fall auf ein volles Zuhörerhaus einrichten, denn auch die Bürgerinitiave „Auf der Emst“ rüstet sich mit Macht für die mögliche Entscheidung. Die Sprecher der Initiative, Dieter Zeh und Uwe Albert, erwarten zwar nicht, dass „alle über 3000 Unterstützer“ der Initiative sich auf den Weg gen Rathaus machen werden, aber „wir werden mit Sicherheit in stattlicher Zahl Präsenz und Engagement zeigen“.

Noch glauben sie, sei nicht alles verloren, wenn es darum gehe, die Politik davon zu überzeugen, sich auf einen anderen Planungs-Weg zu begeben. Und natürlich wissen die Männer auch, dass ihnen immer wieder vorgehalten wird, sich heute so vehement gegen eine Bebauung oder Flächenentwicklung für dieses Gebiet zu wenden, deren grundsätzlichen Pläne von Anfang an bekannt gewesen seien. „Natürlich wissen wir das, aber wissen eben auch, dass sich in den 25 Jahren die Rahmenbedingungen und grundsätzlichen Voraussetzungen nachhaltig geändert haben.“

So bestreitet die Bürgerinitiative nach wie vor die tatsächliche Nachfrage nach Baugrundstücken in dem besagten Gebiet. Gerade mal 20 potenzielle Kaufinteressenten hätten vor Wochen nach ihren Erkenntnissen den Weg zur Informationsveranstaltung der S-Probis gefunden. Dort hätte man ihnen auch mitgeteilt, dass eine Gasversorgung in dem Gebiet aufgrund mangelnden Versorgungsinteresses nicht zu erwarten sei und dass gewünschte Kellerausschachtungen im felsigen Untergrund nicht über Sprengungen realisiert werden könnten. Die Initiative fühlt sich in ihren Vermutungen über mangelndes Interesse auch dadurch bestätigt, dass christdemokratische Lokalpolitiker und Befürworter des Projektes inzwischen signalisiert hätten, dass es „ja auch nicht schlimm ist, wenn das Gebiet nicht in einem Rutsch vermarktet werden kann“.

Einen hinreichenden Grund, das Thema am Dienstag zumindest erst einmal wieder von der Tagesordnung zu nehmen, sieht die Initiative auch darin, dass ihre Schreiben und Fragen zur Geschichte, zum Zustand und zu den möglichen Umwelt-Auswirkungen der benachbarten Deponie immer noch unbeantwortet sind. „Wir wissen, dass die Fragen über den Kreis und den Regierungspräsidenten inzwischen bei Minister Remmel in Düsseldorf gelandet sind. Eine Antwort steht aber noch aus.“ Wie berichtet hatte die Initiative unter anderem Bilddokumente präsentiert, die beweisen sollten, dass nicht wenige kritische Stoffe auf der Deponie verklappt worden waren.

Ein Wald abholzen, um ihn woanders aufzuforsten?
Schließlich ist da nach Ansicht von Zeh und Albert noch die Sache mit dem „Wald“. Inzwischen liegt ihnen eine Einstufung des Regionalforstamt Märkisches Sauerland vor. Dessen Leiter des Bereiches „Hoheit“, Peter Müller habe das besagte Gebiet tatsächlich als Wald eingestuft und damit die Behauptung widerlegt, es handle sich eher um eine zufällige Ansammlung von Bäumen und Sträuchern. Uwe Albert: „Das bedeutet auch, dass Iserlohn im Fall einer Bebauung eine Ausgleichsfläche schaffen müsste. Ist das nicht paradox? Man zerstört einen existierenden, natürlich gewachsenen Wald, um ihn an anderer Stelle wieder aufzuforsten. Von den Kosten nicht zu sprechen.“

Und wenn der Rat in der Mehrheit am Ende doch an seinen Bauplänen festhält? Dieter Zeh: „Dann würden wir immer noch die Frage stellen, warum man nicht versucht, etwas wirklich ökologisch Zukunftsorientiertes zu schaffen. Iserlohn lässt sich bereits auf vielen Gebieten als besonders umsichtig und vorausschauend feiern. Warum wird dann auf der Emst nicht auch eine kreative Bebauung geplant, die Wohnen, Natur und Naherholung in innovativer Weise unter gegenseitiger Einbeziehung und Würdigung miteinander verbindet.“

Ein Informations-Video über das Gebiet „Auf der Emst“ finden Interessierte übrigens bei Youtube unter dem Suchbegriff „BI Emst“.

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WAZ-online: 02.09.2015 | 17:24 Uhr

Entscheidung über das „Hufeisen“

von Thomas Pütter

Iserlohn. In seiner Sitzung am Donnerstag wird der Planungsausschuss über die geplante Bebauung Auf der Emst diskutieren, um anschließend über den Satzungsbeschluss zum Bebauungsplan abzustimmen.

Gemessen an den Aussagen der Fraktionsvorsitzenden sollte der am Donnerstag im Planungsausschuss bevorstehende Satzungsbeschluss für das geplante Wohngebiet Auf der Emst mit einem klaren und eindeutigen Ergebnis enden. Eigentlich, denn ähnlich wie heute stellte sich die politische Stimmung auch im April dar, als dann aber in geheimer Abstimmung immerhin 22 Ratsmitglieder gegen die Fortführung des Bebauungsplanverfahrens votierten.

Einer derjenigen, die gegen das Baugebiet votiert haben, war Oliver Ruhnert, dessen Linken-Fraktion seit Beginn der Debatte eine ablehnende Position eingenommen hat. „Daran hat sich nichts geändert“, betont Ruhnert auf Anfrage. Zwar sei der nun vorliegende Entwurf besser als die Ursprungsplanung, die Linke bleibe jedoch der Auffassung, dass das „Hufeisen“ insbesondere wegen der Verkehrsproblematik ungeeignet ist für weitere Wohnbebauung. Ruhnert: „Es gibt besser geeignete Bereiche, in denen Einfamilienhäuser gebaut werden können.“

Lebensqualität für die Anwohner erhalten
Widerstand leisten weiterhin auch die Bündnis-Grünen. „Wir halten es für wichtig, jede Kaltschneise zu erhalten“, nennt Elke Olbrich-Tripp einen ökologischen Grund, der gegen die Pläne der Sparkassen-Tochter S-Probis spricht. Zudem gehe es darum, die Lebensqualität der Anwohner zu erhalten, da die Bebauung im Gebiet Auf der Emst schon heute verdichtet sei.

59 Einfamilienhäuser und 14 Wohnungen in einem Mehrfamilienhaus sollen laut Bebauungsplan auf der knapp sechs Hektar großen Fläche zusätzlich errichtet werden, 2,2 Hektar würden als öffentliche Grünfläche und ein halber Hektar für öffentliche Verkehrsflächen ausgewiesen. Für die CDU ein absolut vertretbares Maß. „Unsere Position ist unverändert, wir unterstützen diese Planung“, erklärt Fraktionsvorsitzender Fabian Tigges. Anregungen der Bürgerinitiative gegen die Bebauung, im Falle eines Satzungsbeschlusses Bereiche des Gebiets für Mehrgenerationenhäuser und inklusive Wohnprojekte zur Verfügung zu stellen, finden seine Zustimmung. „Wenn es Interessenten gibt, die Projekte dieser Art realisieren möchten – sehr gerne!“ Tigges hofft, dass es nicht erneut zu einer geheimen Abstimmung kommt: „Es ist eine Frage der politischen Transparenz, solche Entscheidungen öffentlich zu gestalten.“

„Wir halten das Vorhaben nach wie vor für sinnvoll, zumal S-Probis unsere Verbesserungswünsche in die Planung eingearbeitet hat“, sagt Dimitrios Axourgos (SPD). Der Vorsitzende der zweiten großen Ratsfraktion erinnert daran, dass auch die Sozialdemokraten von Beginn an zu den Befürwortern des Projekts zählten, um jungen Familien den Wunsch vom Eigenheim zu erfüllen. „Für uns stellte sich nur die Frage, wie die Bebauung im Detail aussehen soll. Und diese Frage ist in unserem Sinne positiv beantwortet worden.“

Dahlbreite das beste Beispiel für die Nachfrage
Kritiker halten die Hufeisen-Bebauung für überflüssig, weil die Nachfrage nicht nachgewiesen sei. Dass dieses Argument aus seiner Sicht nicht sticht, hebt Detlev Köpke (FDP) hervor: „Wir haben an der Dahlbreite gesehen, wie schnell die Vermarktung über die Bühne gegangen ist. Und das wird auch auf der Emst der Fall sein.“ Die Liberalen sprechen sich zudem für das geplante Baugebiet aus, weil es sich um eine „Innenentwicklung“ handele, die einem weiteren Neubaugebiet auf der grünen Wiese vorzuziehen sei.

„Verglichen zum heutigen Planungsrecht, dass auch den Bau von industriellen Testanlagen gestatten würde, ist Wohnbebauung eine deutliche Verbesserung“, signalisiert Hans-Immanuel Herbers auch die Zustimmung der UWG-Piraten, zumal es sich um eine ausgewogene Planung mit einem hohen Grünanteil handele: „Wir wünschen es uns, dass jungen Familien dort jetzt das ermöglicht wird, was die Anwohner selbst vor 20 Jahren genutzt haben.“

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IKZ-online: 08.05.2015 | 18:00 Uhr

Würdigung für Ehrenbürgerin

von Thomas Pütter

Iserlohn.Die Namen für die Straßen im Neubaugebiet am ehemaligen Ortlohnpark stehen fest. Der Hauptausschuss entschied sich für die Benennung „Annemarie-Tzschachmann-Straße“ und „Coventrystraße“.

Die beiden Straßen zur Erschließung des neuen Wohngebiets am ehemaligen Ortlohnpark werden Annemarie-Tzschachmann-Straße und - einem Vorschlag der UWG-Piraten folgend - Coventrystraße heißen. Diesen Beschluss fasste der Hauptausschuss am Donnerstag mit breiter Mehrheit. Nicht durchsetzen konnte sich die AfD, die sich – wie berichtet – alternativ zur Coventrystraße für eine „Heinrich-Witte-Straße“ im Neubaugebiet ausgesprochen hatten.

Coventrystraße: Erinnerung an die Versöhnung
Mit der Coventrystraße wird nun anstatt der Erinnerung an die Iserlohner Industriellenfamilie Witte ein Zeichen gesetzt für die Versöhnung der Völker nach dem 2. Weltkrieg - mit direktem Bezug zur Evangelischen Akademie Haus Ortlohn. Die nämlich war Zeit ihres Bestehens ein Mitglied der „Nagelkreuzgemeinschaft“. Dabei handelt es sich mehr als 160 kirchliche Zentren und Gemeinden, denen für ihren besonderen Einsatz für Versöhnung und Frieden eine Nachbildung des Nagelkreuzes von Coventry verliehen worden war, das aus den Zimmermannsnägeln des Dachgebälks der durch einen deutschen Bombenangriff zerstörten Kathedrale der englischen Stadt geformt wurde.

Während der Zwist zwischen UWG-Piraten und AfD im Vorfeld der Sitzung für Unruhe gesorgt hatte, lenkte Dimitrios Axourgos (SPD) in der Ausschusssitzung den Blick auf den zweiten Straßennamen. Die Benennung einer Straße nach Annemarie Tzschachmann finden die besondere Unterstützung der Sozialdemokraten, betonte Axourgos, während sich auch Sprecher anderer Fraktionen vor der langjährigen Kommunalpolitikerin verbal verneigten. Der Vorschlag der FDP hingegen, aus Gründen der Schreibbarkeit den Namen auf Tzschachmann-Straße zu beschränken, wurde mit deutlicher Mehrheit abgelehnt. „Wenn in Iserlohn schon einmal eine Straße nach einer Frau benannt wird (siehe Info-Kasten), dann sollten wir das auch durch die vollständige Nennung kenntlich machen“, so Linken-Ratsherr Manuel Huff, der sich indes nicht die Bemerkung verkneifen konnte, dass sich die Sozialdemokratin wohl „im Grabe umdrehen würde“ angesichts der geplanten Bebauung im Ortlohnpark.

Annemarie Tzschachmann, die am 15. Juli 1998 starb, war von 1955 bis 1970 Hausmutter der evangelischen Akademie Haus Ortlohn und von 1962 bis 1984 Mitglied des Rates der Stadt für die SPD sowie Fraktionsvorsitzende, stellvertretende Oberbürgermeisterin und Bürgermeisterin. Im Zuge der kommunalen Neuordnung nahm sie für die Stadt Iserlohn vom 1. Januar 1975 bis zum 15. Mai des Jahres in der parlamentslosen Zeit nach der Auflösung der Räte der Gemeinden als einzige Frau in Nordrhein-Westfalen die Funktion der „Staatskommissarin“ als „Beauftragte für die Wahrnehmung der Aufgaben des Rates und des Oberbürgermeisters“ wahr.

Eine Streiterin für Alte, Migranten und Obdachlose
Schwerpunkte ihres politischen Engagement lagen in dem Einsatz für Obdachlose und alte Menschen, auch die Integration von Migrantinnen und die Friedenspolitik standen für sie im Mittelpunkt. Für ihr soziales Engagement erhielt sie 1989 den Landesverdienstorden. Am 19. September 1995 wurde Annemarie Tzschachmann vom Rat einstimmig die Ehrenbürgerschaft verliehen.

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IKZ-online: 04.05.2015 | 18:56 Uhr

Erinnerung an Witte statt an Coventry

von Torsten Lehmann

Iserlohn.Gegen den Vorschlag der UWG-Piraten, eine der beiden neuen Straßen im Planungsgebiet des ehemaligen Hauses Ortlohn „Coventrystraße“ zu nennen, macht die AfD-Fraktion mobil. Statt dessen schlagen sie den Namen „Heinrich-Witte-Straße“ vor.

Als Begründung wird angeführt, dass beim Bau der Villa Heinrich Witte um 1895 parallel zur Baarstraße der Ortlohnpark angelegt worden sei. Mit Heinrich Witte, so heißt es in dem AfD-Antrag, „würde die Straße einen Namensgeber finden, der sowohl historischen sowie auch direkten örtlichen Bezug zum Ortlohnpark hat.“

Außerdem würde so „der geschichtliche Kontext eine passende Verbindung zur in unmittelbarer Nähe liegenden Theodor-Fleitmann-Straße ergeben.“ Abschließend stellen der Fraktionsvorsitzende Prof. Dr. Michael Müller, sein Stellvertreter Alexander Langguth und Ratsherr Frank Neppe fest: „Der Name der englischen Stadt Coventry stellt diesen Bezug in keinster Weise her.“

Für die UWG-Piraten war und ist der aber sehr wohl gegeben, denn wie sie in ihrem Antrag ausführlich erläuterten, war das Haus Ortlohn Zeit seines Bestehens ein Zentrum der „Nagelkreuzgemeinschaft“. Dabei handelt es sich um über 160 kirchliche Zentren und Gemeinden, denen für ihren besonderen Einsatz für Versöhnung und Frieden zwischen den Völkern eine Nachbildung des Nagelkreuzes von Coventry verliehen worden war, das bekanntlich aus den Zimmermannsnägeln des Dachgebälks der durch einen deutschen Bombenangriff zerstörten Kathedrale der englischen Stadt geformt wurde.

Das hatte auch die Verwaltung überzeugt, die einen entsprechenden Beschlussvorschlag für die Sitzung des Haupt- und Personalausschusses am kommenden Donnerstag vorbereitet hatte. Der AfD-Antrag richtet sich hingegen an den Verkehrsausschuss. Dessen Vorsitzender Rolf Kaiser winkte gestern auf Nachfrage direkt ab: „Dafür sind wir überhaupt nicht zuständig.“

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IKZ-online: 17.04.2015 | 17:20 Uhr

Gewinne von S-Probis stehen im Vordergrund

von Thomas Reunert

Iserlohn. Die Bürgerinitiative „Auf der Emst“ hofft auf das Verantwortungsbewusstsein der Ratsvertreter und meldet erhebliche Zweifel an dem tatsächlichen Bedarf für eine Neubausiedlung mit Einfamilienhäusern an.

Wenn sich der Rat der Stadt Iserlohn bei seiner nächsten Sitzung am kommenden Dienstag schon nicht zu einem kompletten Stopp der Planung der Bau- und Vermarktungsmaßnahmen im umstrittenen Gebiet „Auf der Emst“ entschließen kann, dann möchten die Mitglieder der Bürgerinitiative, die für eben dieses Ziel kämpft und die ihre Unterstützer- und Mitgliederzahl inzwischen mit rund 3000 angibt, wenigstens ein Moratorium – also ein Stillhalteabkommen – für rund fünf Jahre erreichen.

In diesem Zeitraum sollen dann vor allem die tatsächlichen Entwicklungen auf dem Immobilienmarkt untersucht und ausgewertet werden. Während städtischerseits und auch von Seiten der Politik die Eliminierung der wild entstandenen Wald-, Grün- und Naherholungsflächen und die anschließende Erschließung mit eben einer solchen – mit anderen Mitteln nicht zu befriedigenden – Nachfrage nach Einfamilienhaus-Neubauten begründet wird, sehen die Frauen und Männer der Bürgerinitiative rund um ihre Sprecher Dieter Zeh und Uwe Albert genau diese Rechtfertigungsgrundlage nicht gegeben. In einem an diesem Wochenende an die Ratsmitglieder aller Fraktionen und die Verwaltungsspitze versandten Schreiben schreibt die Initiative zur Entwicklung auf dem heimischen Immobilienmarkt: „Die Prognose weist eine weitere Abnahme der Neubauten bei gleichzeitiger Zunahme der Investitionen in Bestandsimmobilien auf.“ Und weiter: „Zudem bietet die Stadt Iserlohn selbst aktuell etwa 20 Baugrundstücke (Poths Kreuz, Michaelstraße, Zur Sonnenhöhe…) zum Kauf an. Darüber hinaus finden sich zahlreiche Grundstücksangebote im Internet und bei ortsansässigen Maklern. Dazu gibt es weitere Angebote für mehr als 200 Bestandsimmobilien.“

Gebrauchtimmobilien derzeit bevorzugt?
Bei ihrer Analyse bezieht sich die Initiative auch auf die in der vergangenen Woche veröffentlichte Bilanz des Gutachterausschusses für Grundstückswerte im Märkischen Kreis. In der auch in der Heimatzeitung veröffentlichten Analyse kämen die Gutachter zu dem Schluss: „Wer für Immobilien Geld in die Hand nimmt, hat es überwiegend auf Gebrauchthäuser abgesehen.“

Moralisch und auch fachlich unterstützt fühlt sich die Initiative natürlich auch durch die ablehnenden Stellungnahmen des Märkischen Kreises, der Naturschutzverbände im Märkischen Kreis und des Umweltbeirates der Stadt Iserlohn. „All das wird seitens der Verwaltung einfach nur zur Kenntnis genommen, als unbedeutend oder irrelevant abgetan“, moniert Uwe Albert. „Tatsächlich gewichtet werden diese und andere vorgetragene Argumente nicht.“ Höhepunkt der Ignoranz sei aber auch gewesen, dass man seitens der Bauverwaltung behauptet hätte, eine Stellungnahme der Bürgerinitiative sei gar nicht erst im Rathaus eingegangen. „Genau diesen Eingang hatte uns jedoch ein Mitarbeiter bestätigt.“ Und selbst wenn aus einem technischen Grund die elektronisch verschickte Mitteilung ohne Anhang gewesen wäre, hätte man die Initiatoren auch darüber informieren können oder müssen. „Wenn man denn daran ein Interesse gehabt hätte.“

Inzwischen glauben Dieter Zeh und seine Mitstreiter aber auch hinter die tatsächlichen Beweggründe des städtischen Planungs- und Genehmigungs-Aktionismus gekommen zu sein. Im Gespräch mit der Heimatzeitung berichtet Zeh von Hintergrund-Gesprächen mit politischen Vertretern, in denen diese bestätigt haben sollen, dass es sich auf der Emst einzig und allein um eine Maßnahme zur Förderung des Umsatzes und Erlöses bei der Sparkassen-Tochter „S-Probis“ handeln soll. Niemand bei der Stadt, so der angebliche Gesprächsinhalt, „hatte das Baugebiet bis vor einigen Monaten überhaupt auf der Uhr und im Blick gehabt“. Bis S-Probis-Geschäftsführer Frieder Altrogge es auf der Suche nach neuen Erschließungsvorhaben zum Ziel seiner wirtschaftlichen Begehrlichkeit gemacht habe. Er habe eindeutig gegenüber Politik und Verwaltung argumentiert: „Ich brauche dieses Projekt dringend für unsere Firma und für die Sparkasse.“

Entscheidung neuen Erkenntnissen anpassen
Dieter Zeh: „Hier stehen also eindeutig und ausschließlich die Gewinne von S-Probis und somit der Sparkasse im Vordergrund und nicht etwa tatsächliche Bedarfsfragen.“ Ob vor diesem Hintergrund auch die diversen Gutachten im Sinne und auf Kosten des Auftraggebers gewünschte Tendenzen widergespiegelt haben, wollen und können Zeh und Albert natürlich nicht behaupten. „Vorstellen kann man sich in der realen Geschäftswelt heute alles.“

Die Hoffnungen der Initiative ruhen nun in erster Linie auf dem Verantwortungsbewusstsein der am Dienstag entscheidenden Ratsvertreter. „Damit kein falscher Eindruck entsteht: Wir wissen um die Bedeutung der demokratischen Entscheidung unserer gewählten Ratsvertreter. Und wir wissen auch, dass wir es auf der Emst mit einem Gebiet zu tun haben, dass von Anfang an mal für eine Bebauung in späterer Zeit vorgesehen war. Wenn sich aber inzwischen die Grundvoraussetzungen und Perspektiven geändert haben, ist es doch nur richtig und fair, wenn auch die Politiker ihre Entscheidung dem aktuellen Stand und ihren neuen Erkenntnissen anpassen.“

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NW: 16.11.2014 | 16:44 Uhr

Steuersegen für Landeskirche

von Björn Preußner

Bielefeld. Ein Plus von 50 Millionen Euro an Kirchensteuereinnahmen hat die Evangelische Kirche von Westfalen (EKvW) kurz vor ihrer Landessynode vermeldet. Die überraschend gute wirtschaftliche Situation in Deutschland habe zu den Mehreinnahmen geführt. Die Verwendung des Geldsegens ist nur eines der Themen, die auf der am Montag in Bielefeld beginnenden Landessynode behandelt werden sollen.

Knapp 490 Millionen Euro beträgt das Gesamtvolumen der Kirchensteuereinnahmen. Mit etwa 440 Millionen hatte die Landeskirche im Jahreshaushalt geplant. Der Überschuss soll zu etwa gleichen Teilen in die Versorgungssicherung für Kirchenbeamte sowie die Arbeit der Kirchenkreise und Gemeinden fließen. Einen entsprechenden Vorschlag wird Klaus Winterhoff, juristischer Vizepräsident und für die Finanzen der Landeskirche zuständig, dem Kirchenparlament am Dienstag mit dem Haushaltsentwurf für 2015 vorlegen.

Im Mittelpunkt steht aber ein Papier zum Thema Familie, das in den vergangenen zwei Jahren und im Diskurs mit Kirchenkreisen erarbeitet wurde. Zentral ist darin vor allem die Anerkennung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften. Homosexuelle Partner dürfen demnach auch öffentlich in Gottesdiensten gesegnet werden. Die Meinung der Mehrheit der Gläubigen habe sich in puncto Familienbild stark verändert. Mittlerweile gebe es breite Zustimmung für die Segnung. Das sei zu Beginn anders gewesen.

Den Lebenswirklichkeiten anpassen
"Wir folgen damit nicht einem Trend der Zeit, sondern sehen es theologisch begründet", sagt Präses Annette Kurschus als Oberhaupt der EKvW. Liebe, Treue und Verantwortung seien biblische Grundlagen der Ehe, die aber "Familie in all ihren Formen bestimmen" sollten. Die Kirche müsse sich in der Auslegung ihrer Grundsätze entsprechend auch den Lebenswirklichkeiten ihrer Mitglieder anpassen. Wer als Pfarrer mit der Neuregelung, so sie denn verabschiedet wird, gegen sein Gewissen handeln würde, werde nicht dazu gezwungen, stellt Kurschus klar.

Auch für ihre Funktion als Arbeitgeber will die Landeskirche in der Synode Impulse an alle Gemeinden geben. Zum großen Teil seien diese aus Anregungen von den Gemeinden selbst entstanden, sagt Albert Henz, theologischer Vizepräsident der EKvW. Selbsthilfegruppen für Familien und generationenübergreifende Pflegehilfen gehörten dazu. Auch zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf will die Kirche Anregungen aufgreifen. Den Bericht wird Kurschus zu Beginn der Synode vorstellen. "Wir geben keine Befehle, die Entscheidung obliegt den Leitungsgremien der Gemeinden", sagt Henz.

So versteht die Landeskirche auch das neue Infomaterial zum geänderten Einzugsverfahren bei der Kirchensteuer auf Kapitalerträge. Die Debatte habe viele Kirchenmitglieder zum Austritt bewogen – "manche auch, obwohl sie die Steuer nicht einmal bezahlen müssen", sagte Klaus Winterhoff. Er gab zu, die Kirche habe in diesem Punkt "die Bindung unserer Mitglieder überschätzt". Diese aufzubauen sei unleugbar die "Herausforderung schlechthin" für die Kirche.

Einen ersten überraschenden Schritt in diese Richtung verkündeten Kurschus, Henz und Winterhoff fast am Rande. An Kirchenmusik-Hochschulen soll künftig auch modernes Liedgut aus Gospeln Teil der Ausbildung für klassische Kirchenmusiker werden. Winterhoff sprach von einer "Pop-Akademie der Kirchenmusik".

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IKZ-online: 17.10.2014 | 16:40 Uhr

Baurechtliche Mängel im Ortlohnpark kritisiert

von Ulrich Steden

Iserlohn.

Baurechtliche Mängel hat Christian Kohlstädt in Briefen an die evangelische Landeskirche von Westfalen und das Ordnungsamt der Stadt Iserlohn bei der Demontage von verwertbaren Baumaterialien an Häusern im Ortlohnpark (wir berichteten) durch das „Reformierte Hilfswerk zur Unterstützung der Roma in Ungarn“ kritisiert. Darauf hat jetzt auch der Pressesprecher der evangelischen Landeskirche, Andreas Duderstedt, reagiert. Wir zitieren aus beiden Briefen, die der Redaktion vorliegen.

So schreibt Christian Kohlstädt am Mittwoch: „Die Arbeiten wurden an einem der Gästehäuser am Montag, 13. Oktober, gestartet und ohne jegliche erforderliche Maßnahme zur Absicherung der Baustelle bis heute, 15. Oktober, um 18 Uhr, fortgeführt.
Baustelle in Deutschland oder Ungarn eröffnet?
Bildern (im Anhang der Mail) ist zu entnehmen, dass ein schwarzes Verpackungsband die Baustelle abgrenzen soll. Zusätzlich werden am Eingang alte und demontierte Regenrinnen zur Absperrung verwendet.

Ich frage mich, ob wir in Deutschland oder in Ungarn die Baustelle ,eröffnet’ haben. Zum zweiten kann eine Demontage der acht bis zehn Meter langen Dachbalken nicht ohne Gerüst und dem nötigen Sicherheitsgeschirr erfolgen. Ein Gerüst oder Kran ist nicht vorhanden. Hier muss dringend das Berufsgenossenschafftliche Regelwerk (UVVen, DGUV1 und DGUV2 Vorschrift) unmittelbar angewendet werden. Nicht alle Mitarbeiter waren im übrigen bei den Dacharbeiten gesichert.

Momentan geht sogar eine nicht zu vernachlässigende und starke Emission von dem Gebäude aus und es kann heute bei starkem Regen und Wind den Park und die Bevölkerung im mittleren Umkreis belasten, da sehr viel Glas- und oder Steinwolle im Dachgeschoss offen herumliegt.

Dies ist wirklich unglaublich, da die Faserstoffe wie eigentlich bekannt sein sollte, eine alveolengängige Staubfraktion darstellen.

Ich unterstelle einmal, dass für alle Tätigkeiten die dort stattfinden gem. §5 des ArbSchG (Arbeitsschutzgesetzt) zwingend Gefährdungsbeurteilungen durchgeführt wurden. Nun ist es aber ersichtlich, dass diese entweder nicht vorliegen, oder die abgeleiteten Maßnahmen nicht umgesetzt werden. Sonst dürfte es auf dieser ,Baustelle’ nicht zu solchen Szenarien kommen.

Zusätzlich ist der momentane rechtmäßige Eigentümer des Grundstücks und der Immobilien in der Pflicht, sich diese Dinge vorzeigen zu lassen, und die Demontage bzw. das Bauvorhaben zu überwachen und gegen Dritte zu schützen.

Der Architekt Roland Berner hat am Donnerstagabend die Antwort an Christian Kohlstädt verfasst, die durch Andreas Duderstedt auch an die Redaktion weitergeleitet wurde: „ Die ,Recycling- Aktion’ des ungarischen Hilfswerks ist grundsätzlich mit uns abgestimmt und wir halten es nach wie vor für eine gute Sache, die Menschen in Ungarn damit zu unterstützen. Geplant war, vorwiegend Baumaterialien und Bauelemente aus dem Inneren der Gebäude (wie Fenster, Türen u.a.) auszubauen. Diese Arbeiten waren auch mit unserem Bauleiter und dem beauftragten SIGEKO besprochen; eine Baustellenabsicherung wäre hierzu nicht notwendig gewesen.

Die Entscheidung, auch Teile des Dachstuhles abzubauen ist offensichtlich sehr spontan vor Ort und ohne Absprache mit uns geschehen.

Wir haben grundsätzlich Verständnis, dass die Ungarn so viel wie möglich für sie sinnvolles Material mitnehmen wollen. Sie haben aber natürlich Recht, dass die ,Baustellenabsicherung’ unzureichend war. Die Arbeiter sind sich aber ihrer Verantwortung gegenüber den Parkbesuchern immer bewusst gewesen, tragen Helme und sind bei den Arbeiten auf dem Dach angeseilt.

Wir haben aufgrund Ihrer Nachricht den vor Ort Verantwortlichen nochmals angewiesen, hierauf besonders zu achten, auch wenn die Arbeiten inzwischen nahezu abgeschlossen sind. Herumliegendes Material, insbesondere Dämmmaterial, wird kurzfristig eingesammelt und sicher in die Gebäude verbracht. Diese Materialien werden anschließend, wie von uns beauftragt, von dem Abbruchunternehmer fachgerecht entsorgt. Bereits morgen (am Freitag, die Redaktion) wird von unserem Abbruchunternehmer ein Bauzaun gestellt. Die Arbeiten der Ungarn werden einschließlich Verladen spätestens am Samstag beendet sein. Die eigentlichen Abbrucharbeiten werden dann voraussichtlich ab Dienstag beginnen, wobei natürlich alle gesetzlichen Vorschriften eingehalten und beachtet werden.

Uns wurde berichtet, dass den Ungarn von Seiten der Nussberger Bevölkerung eine große Anteilnahme und reges Interesse entgegengebracht wurde; ich hoffe, dass wir mit den vorgenannten Erläuterungen die Situation klären konnten, bitten um Verständnis für die Ungarn, die sich alle Mühe geben, sich mit ihren begrenzten Möglichkeiten anzupassen und es zu keiner Gefährdung kommen zu lassen.

Wir senden diese Mail auch in Kopie an das Bauordnungsamt der Stadt Iserlohn (Frau Berlinski), die wir auch informiert haben.“

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IKZ-online: 15.10.2014 | 17:44 Uhr

Verwertbare Bauteile helfen notleidenden Roma in Ungarn

von Ulrich Steden

Iserlohn. Hilfswerks-Mitarbeiter bauen bis Freitag Teile wie Fenster, Türen und Dachsparren aus Gebäuden im Ortlohnpark aus.

Nicht unbemerkt geblieben sind die Aktivitäten von Mitarbeitern des „Reformiertes Hilfswerk zur Unterstützung der Roma in Ungarn“ an einigen Gebäuden im Ortlohnpark. Wie geplant und angekündigt werden dort verwertbare Teile und Baustoffe wie Fenster, Türen, Dachsparren aber auch Badezimmer-Spiegel ausgebaut, bevor dann das Seminargebäude, das Verwaltungsgebäude und zwei Gästehäuser abgerissen werden sollen.

Freiwillige Helfer opfern dafür ihre Freizeit
Insgesamt sechs Männer sind mit diesen Arbeiten beschäftigt. Neben den zwei Pfarren sind sie alle Freiwillige, die hierfür ihre Freizeit opfern, wie Pfarrer Barnaba’s Balogh am Mittwoch im Gespräch mit der Heimatzeitung erläutert. Die daraus resultierende Hilfe kommt notleidenden Roma in Ungarn zugute. Denn mit den wieder verwertbaren Baustoffen kann den Roma in Ungarn geholfen werden, ihre maroden Wohnungen und Häuser besser instand zu setzen. Auch hierbei sind freiwillige Helfer vom „Reformierten Hilfswerk zur Unterstützung der Roma in Ungarn“ beteiligt. Am Freitag wird der Lkw erwartet, der die Baustoffe ins Karpatengebiet liefern soll. Auch hierbei ist das Hilfswerk und die Reformierte Kirche in Ungarn beteiligt. „Wenn der Lkw bis Samstag mit der Abfahrt warten kann, dann arbeiten wir bis dahin weiter“, erklärt Barnaba’s Balogh, ansonsten sind die Arbeiten am Freitag beendet.

Erschreckt ist Barnaba’s Balogh über den Vandalismus, der in den zurück liegenden Jahren, in denen die Häuser im Ortlohnpark leer gestanden haben, geherrscht haben muss. „Das habe ich in Deutschland nicht erwartet“, sagt er ganz deutlich. Hier seien enorme Werte zerstört worden ist der Pfarrer überzeugt. „Wenn wir hier früher hätten tätig werden können, wären wir noch erfolgreicher“, ist er überzeugt. So aber seien viele Bauteile zerstört worden und daher nicht mehr brauchbar. „Zigtausende von Euro sind so der wilden Zerstörung zum Opfer gefallen.“ Stolz verweist Barnaba’s Balogh darauf, dass das Hilfswerk weltweit tätig ist, Hilfe dort zuteil werden lässt, wo zum Beispiel Naturkatastrophen die Lebensgrundlage von zahlreichen Menschen zerstört haben.

Dankbar sind die ungarischen Hilfswerk-Mitarbeiter darüber, dass sie im Haus Villigst in Schwerte eine „komfortable“ Unterkunft gefunden haben und dort auch mit Essen versorgt werden. Eine letzte Bitte hat Barnaba’s Balogh aber noch. Da auf dem Lkw für Nicht-Sperriges und Schweres noch Platz sein wird: Wer, wie Hotels oder Beherbergungsbetriebe noch größere Mengen von Bettwäsche oder Kissen abgeben kann für ein Hospital in der Ukraine, kann dies noch bis Freitag machen.

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IKZ-online: 01.10.2014 | 18:00 Uhr

Letzter Schlagabtausch zwischen den Fraktionen

von Stefan Drees

Iserlohn. Bei zehn Gegenstimmen und einer Enthaltung fasste der Rat am Dienstagabend den Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan Nr. 391 Haus Ortlohn. Zuvor war es nochmals zu einem kurzen Schlagabtausch zwischen den Fraktionen gekommen. Manuel Huff (Die Linke) hielt den Parteien, die den Plan befürworten, vor, damit Aussagen der eigenen Wahlprogramme zu verletzen. Das brachte Elke Olbrich-Tripp von den Grünen auf die Palme. Es sei nicht der erste Tagungsordnungspunkt gewesen, bei dem die Linke unverschämt argumentiere. „Wir haben Kompromisse gesucht und gefunden“, sagte sie. Man könne natürlich pausenlos alles „plakativ gegen die Wand klatschen“. Der richtige Weg sei es aber, Mehrheiten zu suchen. Manuel Huff reagierte mit einer persönlichen Erklärung, in der er unter anderem feststellte, dass er niemanden persönlich beleidigt habe.

Der evangelischen Kirche einiges abgerungen
Hans Immanuel Herbers meinte für die UWG-Piraten, dass das, was man der evangelischen Kirche im Verfahren habe abringen können, eine Zustimmung möglich mache. Detlef Köpke sagte für die FDP, dass nunmehr der Park von Haus Ortlohn überhaupt erstmals öffentlich zugänglich werde. Dem Gesagten schloss sich Michael Schmitt für die CDU an. Ablehnung kam dagegen auch von der AfD. Durch das Projekt werde die grüne Lunge des Nußbergs beeinträchtigt, erklärte Frank Neppe.

Bei fünf Gegenstimmen und fünf Enthaltungen befürwortete der Rat auch den Vertrag zur nachhaltigen Nutzung des Parks „Haus Ortlohn“ duch die Allgemeinheit. Und bei acht Nein-Stimmen und drei Enthaltungen wurden schließlich der Erschließungsvertrag und ein städtebaulicher Vertrag bezüglich des Ausgleichs von Eingriffen in Natur und Landschaft im Bereich des Bebauungsplans gebilligt.

Die Evangelische Kirche von Westfalen als Eigentümer begrüßte die Ratsentscheidung. Vizepräsident Albert Henz, der als Iserlohner in dem Projekt für die Landeskirche vermittelt habe, erklärte dazu in einer Pressemitteilung: „Wir sind froh und dankbar, dass nach langen Vorbereitungen diese zukunftsweisende Lösung jetzt Wirklichkeit wird. Maßgeblich ist dabei, dass wir mit der PHS Projektentwicklungsgesellschaft und ihrem Geschäftsführer Dieter Engels einen in sozialen Projekten erfahrenen, verlässlichen und ausgesprochen kooperativen Investor gefunden haben.“

Henz stellte weiter fest, dass der Weg bisweilen steinig war: „Es gab Auseinandersetzungen, wir haben auch Fehler gemacht, aber auch aus ihnen gelernt. Nach ungezählten Gesprächen konnte mit allen besorgten Bürgern schließlich die Einigung erzielt werden, die jetzt Zustimmung des Stadtrates fand. Das ist ein guter Tag für Iserlohn.“

Für die Versorgung, Pflege und Betreuung nicht nur der Einwohner des Nußbergs seien ambulante, teilstationäre und stationäre Angebote vorgesehen. „Dabei wird darauf geachtet, dass sich die Angebote in die bereits vorhandenen Versorgungsstrukturen eingliedern“, wird Dieter Engels in der Pressemitteilung zitiert. „Für ein Kompetenzzentrum sind darüber hinaus Beratungs-, Dienstleistungs- und nicht störende gewerbliche Leistungsangebote für beeinträchtigte und hilfebedürftige Menschen jeden Alters unabdingbar notwendig.“

Kapelle und Teehaus bleiben erhalten
Die Kapelle und das sogenannte Teehaus, so heißt es in der Pressemitteilung, bleiben erhalten und sollen in das neue Nutzungskonzept einbezogen werden. Das frühere Personalwohnhaus werde als Mehrfamilienhaus umgebaut und saniert. Weichen müssten das Seminargebäude, das Verwaltungsgebäude und zwei Gästehäuser. Vor den Abbrucharbeiten (ab Mitte Oktober) werde das „Reformierte Hilfswerk zur Unterstützung der Roma in Ungarn“ wiederverwendbare Teile und Baustoffe wie Fenster, Türen oder Dachziegel ausbauen. Der Erlös komme notleidenden Roma in Ungarn zugute. Im Zusammenhang mit den Abbrucharbeiten seien auch etwa 20 Bäume zu fällen.

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IKZ-online: 18.09.2014 | 17:36 Uhr

Nicht die letzte Variante

von Thomas Pütter

Iserlohn. Obwohl der Planungsausschuss am Mittwochabend mit großer Mehrheit die Fortsetzung des formellen Bebauungsplanverfahrens beschloss, dürfte sich am städtebaulichen Konzept für die Emst noch einiges ändern. Nichts mehr wird sich hingegen ändern an der geplanten Bebauung im Bereich von Haus Ortlohn, nachdem der Ausschuss den Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan fasste.

„Es handelt sich um ein wertvolles Grundstück, gerade auch für die Anwohner. Warum und warum genau zu diesem Zeitpunkt planen wir dort eine Bebauung? Ich finde keine logische Erklärung.“ John Haberle, Mitglied für die Grünen im Planungsausschuss, gab mit der ersten Wortmeldung den Grundton der Debatte vor. Auf der einen Seite: Die politischen Befürworter einer Bebauung auf der Emst, auf der anderen Seite die zahlenmäßig deutlich kleinere Gruppe der strikten Gegner.

Beide Seiten schenkten sich am Mittwochabend nichts in einer intensiven Debatte, die wohl erst den Auftakt der Auseinandersetzung über das Vorhaben der Sparkassen-Tochter S-Obis darstellte. Denn in Stein gemeißelt und politisch absolut mehrheitsfähig ist auch die dritte Variante des städtebaulichen Konzeptes noch nicht, obwohl der Ausschuss mit großer Mehrheit die Fortsetzung des formellen Bebauungsplanverfahrens beschloss. So kündigte Ralf Langner an, dass die SPD die zwischenzeitlich von 110 auf nun 70 Wohneinheiten reduzierte Bebauung immer noch für „zu dicht“ halte. „Nehmen Sie das Ernst und nehmen Sie auch die Bürgerinitiative Ernst“, so Langner in Richtung Verwaltung.

Manuel Huff (Linke) fühlte sich erinnert an die Ortlohn-Planungen. Dort sei zunächst ein völlig untragbarer erster Planentwurf vorgelegt worden, so dass die Reduzierung der geplanten Bebauung nun als Erfolg gefeiert wurde. Auch Huff stellte die Frage, weshalb auf der Emst gebaut werden soll, obwohl im gerade eben verabschiedeten Flächennutzungsplan andere Bereiche für Wohnbebauung vorgesehen sind. Als „Märchen“ titulierte der Linke die Argumentation, mit Wohngebieten dieser Art junge Familien anlocken zu wollen und den demografischen Trend umzukehren, „das hat noch nirgendwo funktioniert“.

Gut beraten, den Zuzug von Neubürgern zu unterstützen
Eine völlige andere Einschätzung vertrat Eva Kirchhoff (CDU). Eine Stadt sei gut beraten, den Zuzug von Neubürgern zu unterstützen. Tatsache sei auch, dass es für die Emst bereits 52 Interessierte gebe. Die Gegner der Bebauung, so Kirchhoff, hielten sich nur an den Zahlen fest, die in ihre Karten spielen, anstatt alle Fakten abzuwägen. „Blödsinn“, konterte John Haberle, „wir kennen alle Fakten, kommen aber zu einer anderen Bewertung“.

Politische Bewertungen spielen in Sachen „Haus Ortlohn“ keine Rolle mehr. Mit dem Beschluss zum Bebauungsplan zog der Ausschuss einen Schlussstrich unter die Auseinandersetzungen zur Nutzung des Areals der evangelischen Landeskirche. Einher damit geht der Abschluss eines Vertrages zwischen Stadt und Kirche, der die öffentliche Zugänglichkeit des verbleibenden Parks sowie dessen Pflege regelt. „Sollten die Pflegemaßnahmen unterlassen werden, sind wir sogar in der Lage, die Maßnahmen selbst in Auftrag zu geben und die Kosten der Kirche in Rechnung zu stellen“, erklärte Baudezernent Mike Janke.

Eine Regelung, die Manuel Huff wenig tröstet. Durch die Verdopplung der versiegelten Fläche werde Iserlohns letzter verbliebener Stadtpark zerstört, so der Linke, der überdies kritisierte, dass zahlreiche Einwendungen von der Verwaltung einfach vom Tisch gefegt worden seien: „Ich frage mich, warum wir eine öffentliche Beteiligung stattfinden lassen, wenn unsere Verwaltung sowieso immer alles schon bedacht hat.“ Zufrieden mit dem Ergebnis zeigte sich die Ausschussmehrheit. „Wir haben eine Menge erreicht“, erklärte SPD-Sprecher Michael Hufnagel. Dass sogar einzelne Bäume durch den Bebauungsplan geschützt würden, sei „ein Novum“.

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IKZ-online: 17.09.2014 | 19:55 Uhr

Klare Ausschuss-Mehrheiten

von Thomas Pütter

Iserlohn. Satzungsbeschluss für die Bebauung im Bereich von Haus Ortlohn, grünes Licht für die Fortsetzung des Bebauungsplanverfahrens auf der Emst: Mit deutlichen Mehrheiten hat der Planungsausschuss am Mittwochabend zwei weit reichende Entscheidungen zur Stadtentwicklung getroffen.

Mit deutlichen Mehrheiten hat der Planungsausschuss am Mittwochabend dem Bebauungsplan „Haus Ortlohn“ sowie der Fortsetzung des Bebaungsplanverfahrens Auf der Emst zugestimmt. Den Beschlüssen voran gingen intensive Diskussionen, bei denen sich insbesondere Manuel Huff (Linke) dafür aussprach, keine der beiden Flächen für Wohnbebauung zur Verfügung zu stellen. Schützenhilfe erhielt Huff im Fall „Emst“ von den Bündnisgrünen und der AfD, im Fall „Ortlohn“ nur von der AfD, was allerdings nicht einmal annähernd ausreichte, eine Ausschuss-Mehrheit herzustellen.

Dass es sich bei der „Emst“-Drucksache um eine „atypische“ Verwaltungsvorlage handele, hatte zuvor Baudezernent Mike Janke betont: „Wir stehen ganz am Anfang des Verfahrens, wollen aber schon zu diesem frühen Zeitpunkt sowohl den Ausschuss als auch die Öffentlichkeit intensiv einbinden.“ Während CDU, FDP und UWG-Piraten bereits im Vorfeld der Sitzung ihre Zustimmung zur Verfahrensfortsetzung angekündigt hatten, tat dies gestern dann auch Ralf Langner für die SPD. Grundsätzlich befürworte die SPD die Bebauung, allerdings erscheine der Fraktion die bereits von 110 auf nun 70 Wohnerinheiten reduzierte Planung immer noch als zu dicht. Die SPD verfolge das Ziel, auf der Emst einen „Wohnpark“ entstehen zu lassen, der diesen Namen auch verdiene. Während Manuel Huff derweil die Bedarfsfrage stellte, antwortete Eva Kirchhoff (CDU), dass es bereits 52 Interessenten für Grundstücke gebe, „das sind Fakten“. Letzlich stimmten 13 Ausschussmitglieder für die Fortsetzung des formellen Bebauungsplanverfahrens, einstimmig fiel der Beschluss aus, die informelle Beteiligung der Bürger fortzusetzen.

In Sachen Haus Ortlohn erfolgte derwiel nicht nur der Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan. Zudem stimmte der Ausschuss zu, einen Vertrag mit der Landeskriche abzuschließen zur Pflege des nach der Bebauung verbleibenden Parkbereichs.

Ausführliche Berichte zu beiden Tagesordnungspunkten folgen.

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IKZ-online: 27.03.2014 | 18:00 Uhr

Die Frage nach dem städtebaulichen Nutzen

von Thomas Pütter

Iserlohn. Die politische Entscheidung über die Bebauung im Bereich von Haus Ortlohn am Nußberg wird nicht wie vorgesehen noch vor der Kommunalwahl erfolgen, sondern erst nach der politischen Sommerpause. Der Grund für die Verzögerung: Die Verwaltung sieht sich veranlasst, den Bebauungsplan nach den Osterferien ein zweites Mal öffentlich auszulegen.

Die politische Entscheidung über die Bebauung im Bereich von Haus Ortlohn am Nußberg wird nicht wie vorgesehen noch vor der Kommunalwahl erfolgen, sondern erst nach der politischen Sommerpause. „Wir werden den Bebauungsplan nach den Osterferien erneut zur Offenlage bringen“, erklärte Ressortleiter Mike Janke am Mittwochabend im Planungsausschuss, nachdem die Fachverwaltung festgestellt hat, dass der vom Architektenbüro Post & Welters im Auftrag der Evangelischen Landeskirche präsentierte Entwurf nicht dem zwischen den Umweltverbänden und der Kirche ausgehandelten Kompromiss entsprochen habe.

Unter anderem, so Janke, seien Baugrenzen nicht eingehalten worden und auch die geplante Bebauung im südwestlichen Bereich des Areals werde von drei- auf zweigeschossig reduziert. Dass sich Haus Ortlohn als Symbol für die generelle Stadtentwicklungspolitik wohl auch zum Thema im Wahlkampf entwickeln dürfte, wurde bei der anschließenden Ausschussdebatte deutlich. Insbesondere die Linke beurteilt die Ortlohn-Planungen als fehlgeleitet.

„Keinerlei positiver Effekt“
„Dieses Vorhaben hat keinerlei positiven Effekt für die Stadt, die Anwohner am Nußberg und erst recht nicht für die Umwelt“, betonte Linke-Ratsherr Manuel Huff. Der Landeskirche gehe es schlicht und einfach darum, ihr Grundstück zu Geld zu machen, soziale und ökologische Belange seien den Verantwortlichen hingegen gleichgültig. Die Iserlohner Politik, so Huff, sei gut beraten, sich diesen rein wirtschaftlich ausgerichteten Interessen entgegenzustellen, zumal es bereits mehr als genug Bauland in der Stadt gebe.

Auf Manuel Huffs Aufforderung, städtebauliche Argumente für die Bebauung des Areals zu nennen, antwortete einzig CDU-Fraktionschef Rolf Kramer. Aus Sicht der Landeskirche, so Kramer, sei es wie für jeden anderen Grundstückseigentümer auch absolut legitim, den eigenen Grund und Boden verwerten zu wollen: „Ich kann die Kirche verstehen, dass sie versucht, das zu Geld machen.“ Am Nußberg gebe es überdies bereits eine geschlossene Bebauung, die durch die Ortlohn-Planungen nur ergänzt werde.

Trotz der unterschiedlichen Auffassungen stimmte der Ausschuss am Ende zumindest einstimmig für den Vorschlag der Verwaltung, die öffentliche Zugänglichkeit des Parks, sollte der Bebauungsplan in Kraft treten, durch den Abschluss eines städtebaulichen Vertrages zwischen Landeskirche und Stadt zu gewährleisten.

Vertrag zur Park-Zukunft
Die Kirche bliebe demnach weiterhin Eigentümer der verbleibenden Parkflächen und damit auch verantwortlich für die Pflege des Areals. Gleichzeitig will sich die Kommune in dem Vertragswerk die Möglichkeit einräumen lassen, die Flächen zum symbolischen Preis von einem Euro zu erwerben, sollte sich die Landeskirche mit dem Verkauf an einen Dritten beschäftigen.

Die Pflegemaßnahmen am Ortlohn-Park werden derweil laut einer Pressemitteilung der Evangelischen Landeskirche fortgesetzt. Morgen wird der Ende Februar angefallene Baum- und Grünschnitt entsorgt. Bei den Häcksel- und Schredderarbeiten kann es zu Lärmbelästigungen kommen. Zudem ist in den kommenden Wochen und Monaten eine Grundpflege des Parks geplant. Dabei sollen u.a. Wege gesäubert und wenn nötig erneuert sowie Abfalleimer aufgestellt werden.

Die Landeskirche verfolgt mit dem Ortlohnpark nach eigenen Angaben keine wirtschaftlichen Interessen. Referent Andreas Duder-stedt: „Die Bebauung würde den desolaten Zustand der Gebäude beenden und ein zukunftsweisendes soziales Projekt auf den Weg bringen. Dabei sind Erlös und Mieteinnahmen langfristig, so hoffen wir, kostendeckend. Es geht nicht um Gewinne – das Ziel ist vielmehr, keine weiteren Verluste zu erleiden.“ Die von der Kirche zugesicherte Parkpflege kostet 30 000 Euro im Jahr.

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IKZ-online: 29.05.2013 | 17:30 Uhr

Kompletter Erhalt „unrealistisch“

von Thomas Pütter

Iserlohn. Albert Henz, Vizepräsident der Evangelischen Landeskirche, hält das Ortlohn-Konzept für zukunftsweisend.

Über Haus Ortlohn, seinen Park und die Rolle der Landeskirche als Eigentümer wird seit geraumer Zeit intensiv diskutiert. Jetzt aber will die Evangelische Kirche von Westfalen nicht länger nur Gesprächsgegenstand sein. Nach einem Termin im Rathaus bat Albert Henz, ehemaliger Superintendent des Kirchenkreises und heutiger Vizepräsident der Landeskirche, gestern zum Pressegespräch ins Gemeindehaus am Nußberg - nicht nur, um für die Pläne zur Bebauung des benachbarten Areals zu werben.

Seit 2010 habe sich die Landeskirche intensiv um den Verkauf von Haus Ortlohn in Teilen oder im Ganzen bemüht, erinnerte Henz an letztlich erfolglose Gespräche mit 40 Interessenten, während der Zahn der Zeit an den leer stehenden Gebäuden nagte, so dass mittlerweile Vandalismus und Verfall drohen. „Wir wollen den jetzigen Zustand zügig beenden. Es ist eine bedenkliche Entwicklung, verbunden mit der Gefahr, dass am Ende dort eine Baubrache mit einem eingezäunten Park steht. Ortlohn darf nicht zu so einem Schandfleck werden“, betont Henz.

Viel positiver Zuspruch aus der Bevölkerung
Was Ortlohn indes werden könnte, sei aus seiner Sicht ein Wohngebiet mit einem städtebaulichen Konzept, das „stadtnah, innovativ und zukunftsweisend“ sei. Für die vorliegenden Planungen gebe es sehr viel positiven Zuspruch aus der Bevölkerung, so Henz: „Diese Befürworter äußern sich aber möglicherweise nicht so laut und deutlich wie die Kritiker.“ Der Landeskirche bei der Neunutzung hingegen Gewinnstreben als Leitmotiv zu unterstellen, sei an den Haaren herbeigezogen. Haus Ortlohn habe vielmehr bereits ein tiefes Loch in die Kirchenkasse gerissen, so der Vizepräsident. So habe im Jahr 2008 etwa der Verkauf an die später in Zahlungsschwierigkeit geratene Organisation „Fusion Australia“ statt der damals vereinbarten drei Millionen nur 400 000 Euro gebracht, während die Unterhaltung des Parks jährlich mit 30 000 Euro zu Buche schlage. Zudem erfordere die Realisierung des Projekts, bei dem die Landeskirche den Kritikern und Naturschützern schon weit entgegengekommen sei, erhebliche Investitionen zwischen 1,5 und 2,5 Millionen Euro.

Stichwort Entgegenkommen: Eine weitere Reduzierung der Planung würde aus Sicht der Landeskirche dazu führen, dass dem Vorhaben die wirtschaftliche Basis entzogen würde. Geplant ist aktuell auf der knapp 7,5 Hektar großen Fläche frei finanzierte Wohnbebauung auf 6340 Quadratmetern, die Errichtung von Sozialwohnungen auf 5080 Quadratmetern. Hinzu kommen Seniorenwohnungen auf 3400 Quadratmetern sowie eine Wohngruppe mit Künstlerateliers (1660 Quadratmeter).

Überhaupt noch nicht zu beantworten ist derweil die Frage nach der Schutzwürdigkeit des Parks und des Gebäudes. „Nach einem Ortstermin durch die Landesdenkmalbehörde erwarten wir in etwa einem Monat eine erste belastbare Einschätzung“, berichtet Baudezernent Olaf Pestl. Mutmaßungen, zu welchem Ergebnis die Behörde aus Münster kommen könnte, seien zum jetzigen Zeitpunkt noch „Kaffeesatzleserei“. Fest steht für Vizepräsident Henz jedoch bereits schon jetzt, dass ein kompletter Erhalt des Parks und der Gebäude unrealistisch sei.

Öffentliche Auslegung nach den Sommerferien
Sollte es zu einer solchen denkmalrechtlichen Festlegung kommen, könnte die Kirche sogar gezwungen sein, darüber nachzudenken, Grund und Gebäude mit einem so genannten „Übernahmeverlangen“ auf die Kommune zu übertragen. Dass es zu so einem „schlimmsten Fall“ komme, sei jedoch keinesfalls Absicht der Kirche, unterstreicht Albert Henz, während Roland Berner aus dem Baureferat der Landeskirche davon ausgeht, dass eine teilweise Unterschutzstellung durchaus vereinbar sein könnte mit der geplanten Bebauung.

Ob letztlich am Nußberg gebaut werden darf, ob nicht, liegt indes nicht nur in der Entscheidungskompetenz von Denkmalschützern und der Bauverwaltung, sondern im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens beim Rat der Stadt. Dabei, so Olaf Pestl, habe es bislang nur den Aufstellungsbeschluss gegeben, die öffentliche Auslegung sei nach den Sommerferien vorgesehen, bevor ganz am Ende die Politik die letzte Entscheidung über „ob“ und „wie“ treffe. Bis dahin sei die Landeskirche aus seiner Sicht „gut beraten“, neben der Weiterentwicklung der Planung auch alle anderen Alternativen für eine Neunutzung von Haus Ortlohn zu überprüfen. Und eine Alternative scheint es in der Tat zu geben: Wie Vizepräsident Henz bestätigte, sei beim gestrigen Termin im Rathaus der Name eines neuen Interessenten für das Ensemble genannt worden, mit dem Bielefeld jetzt umgehend Kontakt aufnehmen wolle.

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